SIOE Deutschland

Racism is the lowest form of human stupidity – Islamophobia is the height of common sense!

Parteigründung in Berlin: DEMOKRATISCHE LIGA

Verfasst von multikultur am 8. November 2007

Wie bereits im Vorfeld bekannt wurde, erfolgte am Dienstag, den 6. November 2007 die Gründung der Partei „Demokratische Liga“ unter dem Vorsitz des Islamwissenschaftlers Dr. Kai Borrmann.

SIOE veröffentlicht eine erste Pressemitteilung der Demokratischen Liga:

Am 06.11.2007 wurde in Berlin-Neukölln die Partei „Demokratische Liga“ ins Leben gerufen. Zum Vorsitzenden des Sprecherrates bestellte man den Islamwissenschaftler Dr. Kai Borrmann. Der stellvertretende Vorsitzende, Patrick Holler, leitet den Verein „Aktive Hilfe Berlin e.V.“, welcher sich der beruflichen Förderung von Jugendlichen in Berlins Problembezirken widmet. Die weiteren Gründungsmitglieder sind überwiegend im Sozialbereich der Stadt Berlin tätig.

Die „Demokratische Liga“ wirbt für ein neues Verständnis von Politik. Ausgehend von der Erfahrung, daß die etablierten Parteien durch materielle Interessen, überlebte ideologische Befangenheiten und geistige Überalterung den lebendigen Kontakt zum Bürger verloren haben, setzt sich die „Demokratische Liga“ für die Diskussion innovativer politischer Konzepte ein.

So stellt sie dem immer offensichtlicher gescheiterten Bemühen um eine „Integration“ das Konzept einer „Trennung in Freundschaft“ entgegen. Demzufolge soll jenen Ausländern, die ihre Eingliederung in die deutsche Gesellschaft nicht erkennbar aus freien Stücken betreiben, die Rückkehr in jene Gesellschaften erleichtert werden, denen sie stärker verbunden sind.

Die „Demokratische Liga“ bittet alle interessierten Mitbürger, sich konstruktiv an der Diskussion von Lösungsansätzen zu beteiligen, die helfen soll, eine weitere Eskalation der scheinbar ausweglosen Lage zu verhindern und eine echte Alternative aufzuzeigen.

Dr. Kai Borrmann

Demokratische Liga
Sperlingsgasse 1
10178 Berlin

Weiter heisst es in den Leitlinien der Demokratischen Liga:

Eine Ablehnung der Theokratie ist nicht mit einer Ablehnung von Spiritualität und Transzendenz zu verwechseln. Politik, als ein Interessenausgleich der Egoismen, findet seine Grenze aber vor der Schwelle der Letzten Dinge: worüber man nicht reden kann, davon soll man schweigen.

Die Außen- und Entwicklungspolitik soll sich von der Fiktion lösen, andere Zwecke als die Sicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen Europas und damit Deutschlands zu verfolgen. Die bisherige Praxis wird von den Bürgern als Ausverkauf ihrer Interessen, von der Bevölkerung der islamischen Länder als Heuchelei wahrgenommen. Gegenseitiger Respekt ist nur möglich, wenn die EU und die Anrainerstaaten des südlichen Mittelmeeres ihr wohlverstandenes Eigeninteresse nicht länger hinwegleugnen. Die EU hat Interesse an einem „Pufferstaat“, nicht an einem Mitgliedsstaat Türkei. Eine privilegierte Partnerschaft ist daher geboten.

SIOE begrüßt die Ziele der neuen Partei und wünscht allen Beteiligten viel Erfolg auf ihrem politischen Weg. SIOE Deutschland erklärt sich zur Zusammenarbeit mit der Demokratischen Liga bereit, betont aber weiterhin die Wahrung parteipolitischer Neutralität.

UPDATE: Soeben erreicht uns folgende Mitteilung der Demokratischen Liga:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Demokratische Liga freut sich über den bisher erfahrenen Zuspruch und möchte heute die folgenden Positionen der von ihr vertretenen Integrationspolitik zur Diskussion stellen:

- Zusammenarbeit mit islamischen Organisationen, etwa Inssan e.V. , bei der Aufklärung junger Musliminnen über die Möglichkeiten von Empfängnisverhütung und Familienplanung.

- Achtung des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit: Verzicht auf die Beschneidung von Jungen bis zum 18. Lebensjahr.

- Offenlegung der Finanzstrukturen islamischer Einrichtungen.

- Fünfjähriges Moratorium des Baus weiterer Moscheen, um bestehende Konflikte zu entschärfen.

- Rückgabe der Hagia Sophia als Geste des Aussöhnungswillens und der interkonfessionellen Dialogbereitschaft.

- Stufenweises Rückbauen der Transferleistungen an WirtschaftsmigrantInnen ab dem Jahre 2010.

Über Ihre Anregungen und Kritik würden wir uns freuen.

Dr. Kai Borrmann
Demokratische Liga

18 Antworten zu “Parteigründung in Berlin: DEMOKRATISCHE LIGA”

  1. ramonschack sagte

    Das ist doch eine politische „Totgeburt“!

  2. multikultur sagte

    Herr Schack, schön dass Sie auch einmal zu uns gefunden haben – ich verfolge Ihre Seite stets mit dem grössten Interesse.

    Wie es um den Erfolg der neuen Partei bestellt sein wird, kann auch ich noch nicht sagen. Wenn man klug vorgeht und die richtigen Kleinparteien und Bürgerinitiativen unter einen Hut bekommt, könnte durchaus eine Signalwirkung von der Demokratischen Liga ausgehen. Und sei es nur, um die etablierten Parteien ein Stück weit an ihren Wählerauftrag zu erinnern.

    Es ist für niemanden mehr zu übersehen, dass ein Teil der Bürgerinnen und Bürger mit den gegenwärtigen Verhältnissen in Europa nicht hundertprozentig zufrieden ist. Dies birgt die Gefahr, dass radikale und demokratiefeindliche Parteien aus der generellen Politikverdrossenheit Kapital schlagen – die PDS hat dies bereits eindrucksvoll demonstriert. Parallel zu den Bemühungen, die etablierten Parteien von innen heraus zu reformieren, ist eine echte demokratische Wahlinitiative insofern durchaus zu begrüßen.

    Die Ressentiments gegen die Demokratische Liga habe ich registriert, ich kann Ihnen aber versichern, dass die Vorwürfe platter „Ausländerfeindlichkeit“ oder „globalisierungsbedingter Xenophobie“ am Ziel vorbeischiessen. Das Personal der Demokratischen Liga ist mir bekannt – es sind vernünftige, offene Menschen, mit denen auch Sie ein Bier trinken gehen würden. Vielleicht wäre das sogar eine ganz gute Idee…

    Wenn Sie Kontakt mit der Demokratischen Liga aufnehmen wollen, dann schreiben Sie doch eine nette Mail an: kontakt@demokratische-liga.de

    Ich selbst kann keine offiziellen Stellungnahmen abgeben, da ich kein Mitglied der Partei bin.

  3. [...] An anderer Stelle wurde die Gründung einer neuen Partei bekannt gegeben, genannt die Demokratische Liga. Um das veröffentlichte Programm gingen sofort Streitereien los. Niemand kann völlig zustimmen, jeder ist mit mindestens einer Forderung unzufrieden und möchte dieses oder jenes gerne anders haben. Einigkeit und eine gemeinsame Stoßrichtung werden  so nie erreicht werden können. [...]

  4. r. reinhard sagte

    … die neue Partei unterscheidet sich bislang in wenig von spießig-piefig-rechten Gruppen, die seit Jahr und Tag regelmäßig vor den Wahlen in Berlin in Erscheinung zu treten pflegen und dann bei 0,29 Prozent (geringfügige Abweichungen möglich) landen. Es organisieren sich in solchen Gruppen und Grüppchen die wichtigtuerischen Verlierer der Globalisierung, die nicht mitbekommen, dass man als deutscher Bürger endlich Türkisch, Arabisch oder Chinesisch lernen muss, genauso wie die hier Eingewanderten, die nicht mitbekommen wollen, dass man hierzulande ein einigermaßes gutes Deutsch sprechen und schreiben muss.
    Die „Demokratische Liga“ ist, wie ein Leser zutreffend schreibt, eine Totgeburt. Jedenfalls ist sie das langfristig. Sie macht sich die Unzufriedendheit der Unbeweglichen zunutze und stellt populistisch anachronistische Forderungen auf.
    Eine Partei ohne Perspektive.

  5. ramonschack sagte

    @Multikultur,

    vielleicht nehme ich wirklich Kontakt mir der Demokratischen Liga auf.Nun, wir werden sehen.
    Vielen Dank!
    Herzlichst
    Ramon Schack

  6. Schoko sagte

    Hallo R.Reinhard,
    Sie haben sicherlich auch endlich Türkisch, Chinesisch oder Arabisch gelernt.

  7. r. reinhard sagte

    „Hallo R.Reinhard,
    Sie haben sicherlich auch endlich Türkisch, Chinesisch oder Arabisch gelernt.“

    Sehr geehrter Herr Schoko,

    ich habe hier eine regulative Idee im Kant’schen Sinne formuliert, damit einige der ebenfalls schreibenden Leser vielleicht einen ganz kleinen Impuls erhalten, dass es nicht reicht, das eigene, wie auch immer (un)verschuldete Unvermögen mittels der Pflege von Ressentiments auf Ausländer, Muslime etc. zu überspielen und zu pflegen.

    Wenn Sie es unbedingt wissen wollen: Eine der drei Sprachen habe ich gelernt. Wobei das Perfekt als Tempusform etwas beschönigend ist – denn wenn man sich intensiv über Jahrzehnte auch nur mit einer einzigen befasst, und sei es die Muttersprache, wird man feststellen, dass man grundsätzlich nie auslernt und im Grunde genug zu tun hat. Das allseits hochgelobte Internet als Lernmedium liefert dazu zwar diesen oder jeden Hinweis, reicht aber keinesfalls aus.

    Es war übrigens nicht einfach, an der Uni einen Kurs in einer der drei genannten Sprachen zu belegen. Es gab sehr, sehr viele Bewerber, die abgewimmelt wurden. Das ist ein Hinweis darauf, dass es außerhalb einer Internet-Seite wie dieser noch andere Wirklichkeiten und Menschen gibt. Komisch, nicht wahr?

    Ich kenne zudem jede Menge Türken, die in der deutschen Sprache viel besser bewandert sind als die durchschnnittlichen deutschen Internet-Besucher. Außerdem viele Menschen aus Osteuropa, die sich lieber hinsetzen und intensiv Englisch, Chinesisch oder Arabisch lernen, anstatt auf Websites wie dieser ihre Zeit damit zu verbringen, ihren Frust zu artikulieren und blind gegen Ausländer und Muslime auszuleben. Das ist eine ziemlich destruktive Einstellung und richtet sich langfristig gegen sich selber. Die „Demokratische Liga“ ist eine der organisierten Formen, den einschlägigen „Frust“ abzuleiten. Das kommt vielleicht einigen führenden Funktionären zu gute, die auf Reputation, Diäten und informelle Handgelder zahlungskräftiger Firmen und Interessenverbände aus sind – dem großen Haufen der Irregeleiteten und Mitläufer wird es, wenn sie einer solchen Partei folgen, indes nicht besser gehen als irgendeinem Hansel, der SPD, CDU und dergleichen wählt.

    Im Übrigen ist die „Demokratische Liga“ auch in formeller Hinsicht viel zu dilettantisch aufgezogen. Man merkt sofort, dass dort nach dem Grundsatz „Ich bin empört, also kann ich“ verfahren wird.

    MfG
    r. h.

  8. multikultur sagte

    Harte Worte von Herrn Reinhard, aber auch ein Ansporn, es anders zu machen. Ich begrüße die stattfindende Diskussion sehr – weiter so. Ensemble tout devient possible!

  9. Pinchador sagte

    Hallo R. Reinhard,

    Ich kenne auch Tuerken, die in der deutschen Sprache besser bewandert sind als Deutsche.

    Und?

    Der Punkt ist, dass DIESE NICHT REPRAESENTATIV sind.

    Wenn du so sehr auf Kant stehst wirst du dich wundern was aus dem Land der Dicher und Denker wird wenn die muslimische Einwanderung aus bildungsfernen Schichten anhaelt…

    Pinchador

  10. r. reinhard sagte

    Sehr geehrter Herr Pinchador,

    die Formulierung „Land der Dichter und Denker“ ist eine Form nationaler Selbstberäucherung. Welche Dichter und Denker Sie meinen, weiß ich nicht, wahrscheinlich die berühmten Weimarer Sockelfiguren. Zu deren Zeiten lebte die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Leibeigenschaft und anderen erbärmlichen Verhältnissen.

    Hier eine bemerkenswerte Mitteilung, die ich soeben gefunden habe und vollständig wiedergebe:

    (Anfang)

    Die Partei “Demokratische Liga” hat sich von ihrem Sprecherratsvorsitzenden Dr. Kai Borrmann getrennt.

    Anlass gaben erst nach der Parteigründung bekannt gewordene unterschiedliche Positionen zu einem wichtigen Teil der deutschen Geschichte.

    In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass Mitgliedsanträge von Personen, die den Nationalsozialismus und das so genannte 3. Reich idealisieren, nicht berücksichtigt werden.

    Die Mitglieder der Partei “Demokratische Liga”
    Berlin, 12.11.2007

    (Ende)

    Freundlichst
    r. h.

  11. r. reinhard sagte

    Zitat:

    die Demokratische Liga freut sich über den bisher erfahrenen Zuspruch und möchte heute die folgenden Positionen der von ihr vertretenen Integrationspolitik zur Diskussion stellen:

    [...]
    - Zusammenarbeit mit islamischen Organisationen, etwa Inssan e.V., bei der Aufklärung junger Musliminnen über die Möglichkeiten von Empfängnisverhütung und Familienplanung.

    [...]
    - Rückgabe der Hagia Sophia als Geste des Aussöhnungswillens und der interkonfessionellen Dialogbereitschaft.

    Zitatende

    Herr Borrmann,

    Sie sind ein großes Licht und werden, wenn Sie so weitermachen, eines Tages vielleicht sogar Bundeskanzler.

    Wollen Sie nicht im Internet Ihre Dissertation veröffentlichen?

    r. h.

  12. Schoko sagte

    Hallo R.Reinhard,

    „Wobei das Perfekt als Tempusform etwas beschönigend ist – denn wenn man sich intensiv über Jahrzehnte auch nur mit einer einzigen befasst, und sei es die Muttersprache, wird man feststellen, dass man grundsätzlich nie auslernt und im Grunde genug zu tun hat.“

    Das ist nett formuliert.

    Was mich nur immer wieder wundert, ist, warum man unsereinem unterstellt, wir würden stupide Ausländerressentiments ausleben, die im wesentlichen auf Unkenntnis beruhen und ein Ventil für ein eigenes unzufriedenes Leben darstellten.

    Die Fakten dürften mittlerweile erschlagend sein:

    1. Lesen Sie den Koran. Er ist voll mit ständig gültigen, allgemeinen Aufforderungen zu einem heiligen Krieg (bes. schlimm Sure 9,111 und Sure 9,38). Dort wird der Gläubige geradezu gezwungen, in die Schlacht zu ziehen, bei Androhung ewiger Strafen! Mir tun die Muslime, die unter solch einen Druck gestellt werden, leid! Das ändert nichts daran, dass wir uns wehren müssen und dass aufgrund dessen ein Muslim, der den Koran Ernst nimmt, gar nicht gemäßigt sein kann! Gemäßigt sind nur die, die das nicht wissen. Und das waren nur zwei Stellen, man kann problemlos 10-15 weitere angeben. Wenn Sie mir jetzt damit kommen, sowas würde in der Bibel auch stehen, ist das falsch. Im Neuen Testament, was für mich als Christ zuerst gilt, schon mal gar nicht und im Alten Testament gibt es nur einen einmaligen Befehl Gottes an das israelische Volk, das Land Kanaan zu erobern, über den man diskutieren kann. Und außerdem, selbst wenn sowas in der Bibel stünde, was würde es mir heute nützen? Die entscheidende Frage ist doch nicht, was in der Bibel steht, sondern ob ich bedroht werde, oder nicht.

    2. Gehen Sie mal in eine Moschee, nicht zum Tag der offenen Tür, sondern Freitags, am besten am Brückentag, zum Freitagsgebet und dann am Sonntag in eine Kirche in den Gottesdienst/die Messe.

    3. Vergleichen Sie mal die europäischen mit den muslimischen Ländern, was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit angeht.

    4. Reaktionen der islam. Welt auf Papstrede und Karikaturen.

    5. Meine eigenen Erfahrungen in diesem Jahr mit Muslimen sind derart erschreckend, dass ich wegen der Aggressivität dieser Menschen Schlafstörungen und eine komplett schlaflose Nacht hatte. Jeder in Europa muss doch allmählich die aggressive Grundtendenz des offiziellen Islam förmlich spüren! Natürlich kenne und achte ich sehr Leute wie Seyran Ates oder Bassam Tibi. Das sind für mich nicht die Leute, vor denen ich warne und die sehe ich nicht als wirkliche Muslime an. Die haben mit dem Islam so viel zu tun und so viel Einfluss auf den Islam, wie Eugen Drewermann oder Uta Ranke-Heinemann Einfluss auf die kath. Kirche haben.

    6. Moscheenamen und -bauten: Die Art und Weise und die Dimensionen der neuen Moscheebauten sind ein deutlicher Ausdruck der islamischen Intentionen: zig Moscheen in Deutschland sind sog. Fatih-Moscheen, die Namen muslimischer Eroberer tragen. Was für eine Atmosphäre wird damit denn erzeugt in dieser Moschee, wenn sie den Namen „Mehmet der Eroberer-Moschee“ erhält? In Deutschland! Was ist von einer Religion zu halten, deren Moscheen Namen haben, wie in D die Kasernen? Welche Deutsche Kirche heißt denn „General Blücher-Kirche“, oder „Feldmarschall-Rommel-Kirche“?

    Wer meint, den Islam für tolerant halten zu müssen, der guckt im Prinzip in Wirklichkeit nur auf seine eigene Gerechtigkeit. „Bin ich 100%-ig tolerant?“ ist dann die alleinige entscheidende Frage.
    NEIN, das ist nicht die entscheidende Frage! Die entscheidende Frage ist inzwischen, ob wir bereit sind, die Bedrohung für unsere Existenz wahr haben zu wollen und bereit sind, uns zu wehren! Was hätte es den Engländern 1939 genützt, wenn sie krampfhafte Übungen veranstaltet hätten, uns Deutsche auch ja nicht mehr „huns“ oder „krauts“ zu nennen? Hätten wir sie dann nicht bombardiert? Hätte Hitler dann den 2.WK nicht vom Zaun gebrochen?
    Außerdem meine ich, dass wir inzwischen sowieso ein Maß an Toleranz in Europa erreicht haben, für das wir uns nicht schämen müssen.

  13. r. reinhard sagte

    Herr Schoko:

    „Die Fakten dürften mittlerweile erschlagend sein:
    … im Alten Testament gibt es nur einen einmaligen Befehl Gottes an das israelische Volk, das Land Kanaan zu erobern, über den man diskutieren kann.“

    Herr Schoko, Sie setzen wohl darauf, dass die hiesigen Besucher das AT nicht gelesen haben. Dort werden immer wieder Völkermorde großen Stils nicht angekündigt, sondern als Erfolge berichtet, natürlich religiös überhöht: in den organsisierten Massenmorden verwirklichen die Mörder angeblich nicht sich selber, sondern sie behaupten, dem Willen Jahwes Geltung zu verschaffen. Die Berichte tendieren zuweilen zu Blutrausch-Geständnissen. So weit zum Inhalt des AT.

    Ein anderer Aspekt ist die Geschichte der Rezeption religiöser Texte. Nicht zu jeder Zeit werden alle Elemente gleichwertig beachtet.

    Es ist zudem unredlich, die im Koran zahlreich versammelten Aufrufe zur Vernichtung von „Ungläubigen“ gegen ein selbstfabriziertes Trugbild des AT auszuspielen. Das NT enthält durchaus viele neue, im weitesten Sinne Zivilisiertheit anzeigende Elemente (z. B. die Geschichte vom verloreren Sohn), die allerdings von heutigen christlichen Fundamentalisten mit Argwohn betrachtet und als Ärgernis empfunden werden.

    Und weiter meint Herr Schoko:

    „Was ist von einer Religion zu halten, deren Moscheen Namen haben, wie in D die Kasernen? Welche Deutsche Kirche heißt denn “General Blücher-Kirche”, oder “Feldmarschall-Rommel-Kirche”?

    Es gibt jeder Menge solcher Kirchen. Man hat sie beispielsweise gleich nach dem obersten Kriegsherrn benannt, z. B. die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. In Berlin können Sie nach wie vor Kirchen besuchen, die mit Weltkriegspropaganda dekoriert sind.

    Und wissen Sie, wofür der Hl. Michael vor allem in Preußen steht?

    Und dann käme auch noch der Antisemit Martin Luther, vor allem mit seiner Schrift von 1543, in der er zur Vertreibung und Vernichtung von Juden anhält. Auch so ein Krieger. Was glauben Sie, wie viele Kirchen in Deutschland nach diesem Herrn benannt sind?

    Wenn man Ihrem Gedanken nachgeht, wird man auch hier wieder feststellen müssen, dass Sie Muslimen etwas vorwerfen, was hierzulange gängige Praxis ist.

    Im Übrigen halte ich die Religiosifizierung der Diskussion für ein grundständiges Übel.

    r. h.

  14. Dr.Kai Borrmann sagte

    Herr Borrmann,

    Sie sind ein großes Licht und werden, wenn Sie so weitermachen, eines Tages vielleicht sogar Bundeskanzler.

    Wollen Sie nicht im Internet Ihre Dissertation veröffentlichen?

    Herr Reinhard,

    Ihr Interesse an meiner Diss. ehrt mich, der Ergon-Verlag
    hat vielleicht noch welche da.-

    Die „Religiosifizierung“, um es mal mit Ihrem bombastischen Wort zu sagen, betreiben zunächst einmal die Muslime.

    Sind Sie soweit einverstanden?

  15. r. reinhard sagte

    Herr Borrman meint:

    „Die ‘Religiosifizierung’, um es mal mit Ihrem bombastischen Wort zu sagen, betreiben zunächst einmal die Muslime.“

    Dazu:

    Es sind natürlich immer die anderen schuld. Deshalb fordern Sie, Herr Borrman, die Rückgabe der Hagia Sophia? Sehr schlüssig.

    Ich denke einen Schritt weiter, ohne – mit Verlaub – Ihre Logik zu verlassen:

    Was haben eigentlich die Christen in Deutschland verloren? Ich fordere die Auflösung aller christlichen Kirchen und Grundstücksvermögen und die Übergabe des Erlöses an die Heiden. Sie waren vorher da. Die Nachfahren der von Karl dem sogenannten Großen Ermordeten erhalten eine umfassende Entschädigung. Ist das nicht historisch gerecht?
    Amen und Halleluja!

    r. h.

  16. Schoko sagte

    Herr Reinhard,
    das kompletter Blödsinn, dass sog. fundamentalistische Christen etwa das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder ähnliche, sie nennen sie „zivilisierte“ Stellen als Ärgernis betrachten. Die Christen, die ich kenne, und die von vielen, die sie nicht kennen, gerne als Fundamentalisten bezeichnet werden, lieben solche Stellen. Abgesehen davon ist das NT voll von sowas. Das NT hat uns die Nächstenliebe, das Sozialverhalten und die Gerechtigkeit gelehrt, nicht wir beurteilen kraft der uns innewohnenden Heiligkeit das Neue Testament großzügig von oben herab.

    Ich habe eigentlich keine Lust, hier per Blog Privatfehden auszutragen und wie oben erwähnt,(„Die entscheidende Frage ist doch nicht, was in der Bibel steht, sondern ob ich bedroht werde, oder nicht.“) halte ich es auch eigentlich für überflüssig, zu beweisen, dass die Bibel besser ist, als der Koran, obwohl ich 100%-ig sicher bin, dass das möglich wäre. Die typische, auch von Ihnen verwendete Methode ist doch, den Tenor im Koran (Hl. Krieg) zu ignorieren und ein paar sanfte Stellen zu zitieren(was Sie nicht getan haben, aber typisch ist) und wie oben von Ihnen gemacht, mit dem NT genau umgekehrt zu verfahren. Der Tenor des NT ist Nächstenliebe, sie bezeichnen das großzügig als ein paar zivilisierte Stellen und überzeichnen dann das negative.

    Aber was solls, selbst wenn Sie mit der Bibel und den Kirchennamen Recht hätten, was nützt es uns jetzt?
    Im Moment sind wir, ob Christen oder Atheisten, in Europa tolerant und der Islam ist es nicht. Wir werden bedroht, wir müssen uns wehren, ob im AT zum Krieg aufgerufen wird, oder nicht.

    Nichtsdestotrotz muss ich einfach einige weitere Behauptungen Ihrerseits richtig stellen:

    Dass im AT „immer wieder“ Völkermorde im großen Stil angekündigt werden, ist nicht richtig. Es gibt nur eine einmalige Eroberung des sog. gelobten Landes, auch das könnte man erklären, aber dazu habe ich jetzt keine Lust.

    Luther als Krieger zu bezeichnen, ist ebenso völlig übertrieben.

    Aber ich muss Ihnen auch Recht geben, wir sind bei weitem nicht ohne Schuld.

  17. r. reinhard sagte

    Herr Schoko sagt, ich solle gesagt haben:

    „Dass im AT ‘immer wieder’ Völkermorde im großen Stil angekündigt werden, ist nicht richtig. Es gibt nur eine einmalige Eroberung des sog. gelobten Landes, auch das könnte man erklären, aber dazu habe ich jetzt keine Lust.“

    Wenn man nach oben scrollt, kann man lesen, dass ich das nicht gesagt habe. Ich habe gesagt, es werde von entsprechenden Erfolgen berichtet. (Man muss halt nur sorgfältig lesen.)

    Was Ihre Behauptungen zum AT angeht, muss ich feststellen, dass Sie offensichtlich nicht annähernd wissen, was im AT zu finden ist. Das konnte wiederum ich nicht wissen. Nun gut, man kann nicht alles wissen.

    MfG
    r. h.

  18. Heureka sagte

    Herr Reinhard

    „Ich kenne zudem jede Menge Türken, die in der deutschen Sprache viel besser bewandert sind als die durchschnittlichen deutschen Internet-Besucher“.

    Und ich kenne zudem, wie fast jeder, einen Onkel Alfred, der obwohl Raucher, mit 80 Jahren noch lebte und qualmen konnte.

    Ist das endlich der Beweis für die Unschädlichkeit des Rauchens?

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